Blühende Heiden, runde Dörfer, stille Wälder

Sie mögen keinen Massentourismus, wünschen sich Ruhe und Entspannung? Sie lieben die Natur und das Landleben, wollen in schöner Landschaft wandern oder radeln, sind aber auch an Kultur, Kunst und Kunsthandwerk interessiert? Dann sollten Sie den Naturpark Elbhöhen-Wendland im östlichsten Zipfel Niedersachsens kennen lernen! Besonders im Spätsommer und Frühherbst locken hier attraktive Ausflugsziele.

Wandern in der Nemitzer Heide

Ein Kleinod des Naturparks Elbhöhen-Wendland ist die Nemitzer Heide: Ein 550 Hektar großes lila Blütenmeer bietet sich hier im Spätsommer den Wanderern und Spaziergängern. Auf gut gekennzeichneten Wegen können Sie hier kilometerweit eine Heidelandschaft mit Birken und Kieferninseln erleben. Schutzhütten bieten Unterschlupf, Holzbänke auf den Hügeln ermöglichen genussreiche Ausblicke. Beeindruckend ist auch eine Fahrt mit dem von drei Kaltblütern gezogenen Planwagen, der Heidekutscher kennt viele Geschichten aus der Heide und ihren Dörfern.

Die Nemitzer Zwergstrauchheide stellt eine einmalige landschaftliche Besonderheit im östlichen Niedersachsen dar. Sie ist der größte Sandheidenkomplex im zur kontinentalen Region gehörenden Teil des niedersächsischen Tieflandes. Wechselnde Bodenverhältnisse von Alt- und Jungdünen sowie verschiedene Hanglagen sorgen für vielfältige Lebensräume. Viele geschützte Pflanzen und Tiere haben sich hier angesiedelt. Zaun- und Waldeidechsen, Schlingnatter, Ödlandschrecke und das Kleine Nachtpfauenauge nutzen die offene Landschaft. Selten gewordene Vögel wie Schwarzkehlchen, Steinschmätzer, Heidelerchen, Raubwürger, Ziegenmelker und Brachpieper brüten hier.

Wichtig zum Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft sind die Heidschnucken. Nur durch die ständige Beweidung und zusätzlichen maschinellen Rückschnitt wird verhindert, dass Kiefern- und Birkenbäumchen das Heidekraut verdrängen. Diese Pflege sorgt auch dafür, dass die Heide viele Blüten bildet und sich stetig verjüngt. Schäfermeister Werner Meinecke kennt sich damit bestens aus und gibt Besuchern gern Auskunft. 350 grau gehörnte Lüneburger Heidschnucken, etwa ebenso viele Lämmer und zwei Dutzend Ziegen mit ihren Zicklein zählen zu seinem Bestand.

Immer am letzten Sonntag im August wird das Nemitzer Heideblütenfest gefeiert. Viele Stände bieten dann selbstgemachte Produkte aus der Region an. Auf einer Freilichtbühne inmitten der prächtig blühenden Heide gestalten Musik- und Tanzgruppen ein abwechslungsreiches Programm, jedes Jahr ein wenig anders. Eingebettet in ein stimmungsvolles Festprogramm findet die Krönungszeremonie der Nemitzer Heidekönigin und ihres Gefolges statt.

Im Nemitzer Heidehaus informiert eine multimediale Ausstellung mit dem Titel „Feuer, Heide – neues Leben“ über die dramatische Entstehung sowie die Kultur- und Naturgeschichte der Nemitzer Heide. Auch für blinde und sehbehinderte Besucher ist diese Ausstellung erlebbar: Alle Texttafeln sind mit Brailleschrift versehen, tastbare Reliefkarten vermitteln einen Eindruck der Landschaft, Zeitzeugen berichten vom Waldbrand und Vogelstimmen bitten zum Heidekonzert. Im Untergeschoss des Heidehauses finden Sie ein Café, das neben Kaffee und Kuchen auch herzhafte Kleinigkeiten anbietet.

Radeln von Rundling zu Rundling

Reddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz. Was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Die Namen zeugen von einer slawischen Besiedlung, die auf diese Weise ihre Spuren hinterlassen hat. Aber nicht nur die Namen der Dörfer sind etwas Besonderes und charakteristisch für die Region, auch ihre Form ist es: Rundlingsdörfer. Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut und häufig erhalten geblieben. Empfehlenswert ist eine gemütliche Radtour durch die Rundlingslandschaft, zumal viele der runden Dörfer nicht weit voneinander entfernt liegen und durch gut ausgebaute Wege oder ruhige Straßen miteinander verbunden sind.

Tipp: Die 23 km lange, neu ausgeschilderte „Rundlings-Tour“ hat keine Steigungen und ist familienfreundlich.
Empfohlener Toureneinstieg: Tourismus Service Center Lübeln, hier erhalten Sie auch Radkarten.

 

„Rundlinge" sind kleine rundliche Dörfer mit einem speziellen Grundriss und weiteren typischen Merkmalen. Die äußere Form der Rundlingsdörfer ist jedoch nur selten einem Kreis ähnlich. Der Begriff „Rundling“ erschließt sich einem vor allem, wenn man im Dorfinneren steht. Von dort schaut man auf die Giebel der Hofstellen, die sich mit ihren keilförmigen, mit der spitzen Seite zum Dorfinnenraum ausgerichteten Grundstücken, kreisförmig um den runden oder ovalen Dorfplatz anordnen. Die zu den Höfen gehörenden Grundstücke umschließen den Rundling und ergeben eine tortenstückartig parzellierte Kulturlandschaft.

Die Rundlingsdörfer des Naturparks gehören als Rundlingsland-schaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Am besten erhalten geblieben sind die Rundlinge Lübeln, Göttien, Diahren, Bussau, Püggen, Schreyahn, Satemin, Mammoißel und Güstritz. Das Freilichtmuseum Wendlandhof in Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner vor etwa 200 Jahren gelebt und gearbeitet haben. Das ganze Jahr über bietet das Rundlingsmuseum Aktionstage, Handwerksvorführungen, Märkte, Ausstellungen und vielfältige Programme für Kinder und Jugendliche an.

Natur erleben in der Göhrde

Mit rund 75 Quadratkilometern Fläche bildet die Göhrde im Naturpark Elbhöhen-Wendland das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands. Waldkiefern, Rotbuchen, Fichten und Eichen prägen den zum Teil sehr alten Baumbestand. Viele alte Baumriesen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen und geschützt. Auch ganze Waldabschnitte wurden unter Schutz gestellt, beispielsweise der Breeser Grund. Hier hat sich ein 37 Hektar großer Hutewald mit alten Traubeneichen und Heidelandschaft erhalten, der zeigt, wie die Bauern früher versuchten, die Beweidung von Waldstücken durch Nutzvieh zu ermöglichen.

Wer einmal majetätische Rot- und Damhirsche oder europäische Mufflons in freier Wildbahn beobachten möchte, wird in der Einsamkeit und Weite der Göhrde bestimmt auf seine Kosten kommen. Der Wald stellt aber auch einen Rückzugsraum für viele geschützte Pflanzen- und Tierarten dar. Allein im Naturschutzgebiet Breeser Grund sind etwa 80 Käfer- und Falterarten der roten Liste nachgewiesen, darunter der seltene Hirschkäfer mit seinen geweihartigen Zangen. Und die Zeichen stehen gut, dass auch der Wolf bald wieder in der Göhrde zu Hause ist.

Wer mehr über den einmaligen Naturraum Göhrde erfahren möchte, besucht das Naturum Göhrde. Neben einer interessanten Ausstellung zur Natur- und Jagdgeschichte der Göhrde werden hier Themen über Waldökologie und Waldnaturschutz sowie zur nachhaltigen Symbiose zwischen Mensch und Wald verständlich dargestellt. Besonders empfehlenswert ist auch eine Wanderung auf dem etwa fünf Kilometer langen Naturum-Naturlehrpfad. Der Rundgang dauert ungefähr zwei Stunden und führt durch landschaftliche und historische Besonderheiten, verschiedene Schutzgebiete und sehenswerte Einzelbiotope. An unterschiedlichen Haltepunkten weisen Schaurahmen den Blick ins Detail. Im Spätsommer und Herbst bietet das Naturum Göhrde zudem nächtliche Sternenhimmelspaziergänge und Försterwaldwanderungen – auch zur Heideblüte im Breeser Grund – an.

Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V.

Königsberger Straße 10

29439 Lüchow (Wendland)

E-Mail: info@naturpark-elbhoehen-wendland.de

Internet: www.naturpark-elbhoehen-wendland.de

 

Informationen + Unterkünfte:

Tourismus-Service-Center Lübeln

Rundling Lübeln 2

29482 Küsten

Tel.: (05841) 96290

Fax: (05841) 962929

E-Mail: info@elbtalaue-wendland.de

Internet: www.elbtalaue-wendland.de

 

Hinweis für die Presse:

Diese Texte dürfen Sie gegen Zusendung eines Belegexemplars kostenlos veröffentlichen. Das Bildmaterial stellen wir Ihnen auf Anfrage (info@naturpark-elbhoehen-wendland.de) gern in druckfähiger Qualität zur Verfügung.

Spaziergang in der Heide (Foto: Dr. Manfred Fortmann)
Kaltblüter am Nemitzer Heidehaus (Foto: Dr. Manfred Fortmann)
Ausstellung Im Nemitzer Heidehaus (Foto: Heiko Dybski)
Nemitzer Heidekönigin und -prinzessin (Foto: Dieter Damschen)
Wandern in der Nemitzer Heide
Rundlingsdorf Lübeln (Foto: Elbtalaue Wendland Touristik)
Im Rundlingsdorf Satemin (Foto: Dr. Manfred Fortmann)
Mit dem Rad zu den Rundlingen (Foto: Dr. Manfred Fortmann)
Logo Rundlings-Tour
Radeln von Rundling zu Rundling
Alter Laubwald in der Göhrde (Foto: Heiko Dybski)
Naturschutzgebiet Breeser Grund (Foto: Naturum Göhrde)
Naturschutzgebiet Breeser Grund (Foto: Naturum Göhrde)
Natur erleben in der Göhrde
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