Naturlehrpfad in der Dumme-Niederung

Durch die Obere Dummeniederung nördlich von Bergen führt ein ausgeschilderter Rundwanderweg. Brachen, Feldgehölze, Feuchtwälder, blütenreiche Feuchtwiesen und die weitverzweigten Fließgewässer Dumme und Schnegaer Mühlenbach bilden hier einen idealen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Kuckuckslichtnelke, Großer Wiesenknopf und Sumpfdotterblumen gedeihen hier. Weißstörche profitieren von zahlreichen Amphibien und Kleinsäugern. Neuntöter, Schafstelze und Braunkehlchen haben in den naturnahen offenen und halboffenen Bereichen ihre Reviere. Rotmilane kreisen am Himmel, immer wieder hört man Kraniche rufen. An den vegetationsreichen Ufern der Bäche und Gräben findet der Fischotter Deckung und Ruheplätze.

Auf der Tour erleben Besucher Teile der Landgraben-Dummeniederung, ein Gebiet mit bundesweiter Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz an der östlichen Landesgrenze Niedersachsens. Ihrer Randlage an der ehemaligen
innerdeutschen Grenze ist es zu verdanken, dass die Flächen des heutigen Naturschutzgebietes teilweise nicht unter Bewirtschaftung genommen wurden – naturnahe Lebensräume und extensiv genutzte Wiesen blieben so auf
großer Fläche erhalten. Die Dumme und der Schnegaer Mühlenbach unterhalb von Jiggel mäandrieren auf weiten Strecken naturnah durch die Niederung. Arten von europaweiter Bedeutung, wie Steinbeißer, Bachneunauge und die Gemeine Bachmuschel sind in den Fließgewässern zu finden – letztere hat im Schnegaer Mühlengraben eines der bedeutendsten Vorkommen in Niedersachsen.

Ein kurzer Wegabschnitt führt durch den Gain, ein naturnahes Waldgebiet und ebenfalls Naturschutzgebiet. Ab März prangen hier, vom Weg aus gut zu sehen, Frühjahrsblüher wie weiße und gelbe Buschwindröschen und Leberblümchen am Waldboden; in den Tiefen des Waldes gibt es sogar Nachweise des seltenen Schwarzstorches. Kurz vor Jiggel erreicht man eine Beobachtungskanzel unweit verschiedener Flachgewässer und Wiesensenken. Im Frühjahr und Frühsommer erschallen aus den Gewässern die Rufe der Wasser- und Moorfrösche, an warmen April- und Maiabenden übertönen die Balzruf-Chöre der Laubfrosch-Männchen alle anderen Geräusche. Wer sich nicht ganz sicher ist, was man da gerade hört, kann an der Audiostation in der Beobachtungskanzel die Amphibienrufe noch einmal abspielen.

Naturlehrpfad in der Dumme-Niederung
Schautafel auf dem Naturlehrpfad (Foto: Klaus Mayhack)
Furt durch das Flüsschen Dumme im Dorf Jiggel (Foto: Klaus Mayhack)
Wassermühle in Jiggel (Foto: Klaus Mayhack)
Blick aus der mit einer Audiostation bestückten Beobachtungskanzel (Foto: Klaus Mayhack)
Impressum  |  Datenschutz  |  Haftungsausschluss  |  Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland