Feldlilie

Die Feuerlilie in den Äckern um Govelin ist eine prächtige Erscheinung. Mit ihren handtellergroßen orange-roten Blüten leuchtet sie von Juni bis Mitte Juli weithin durch die schütteren Getreidefelder, die vom Landwirt gemäß einer Vereinbarung mit der Naturschutzbehörde bewirtschaftet werden. Sie könnte nach der letzten Eiszeit mit den jungsteinzeitlichen Ackerbauern aus den Steppen Süd-Osteuropas hier eingewandert sein.

Als Ackerwildkraut kommt die Feuerlilie (Lilium bulbiferum) für ganz Deutschland nur noch im nordöstlichen Niedersachsen vor. Obergerichtsrat von Pape sah sie vor 140 Jahren „massenhaft im Getreide auf dem Höhenzuge zwischen Prisser und Streetz". Aufgrund ihrer Schönheit landete sie immer auch in Bauerngärten, von wo die Zwiebeln mit dem Kompost auf neue Äcker gelangten. Als Kulturfolgerin kann die Feuerlilie daher auch von einer 5000 Jahre alten Beziehung des ackerbauenden Menschen zu seinem Lebensraum erzählen.

Wunderschön ist sie, die Feld- bzw. Feuerlilie, aber selten. Sie ist ein Ackerwildkraut und beeindruckt im Sommer durch ihre hoch aufragenden orangefarbenen bis feuerroten Blüten. Und damit lockt sie nicht nur viele seltene Tagfalter, wie zum Beispiel den Dukatenfalter und den Malvenwürfelfalter, an, sondern auch naturverbundene Menschen.

In Govelin, einem kleinen Dorf neun Kilometer westlich von Hitzacker, kann man einen der letzten großen Standorte der Feuerlilie besuchen. Hier wurde ein gut vier Kilometer langer, ganzjährig begehbarer „Feldlilienpfad“ angelegt. Informationstafeln erzählen über die Entstehung und Veränderung der Kulturlandschaft des Hohen Drawehn. Eine Schutzhütte auf halber Strecke bietet Unterschlupf bei Regen und Wind. Der überwiegende Teil sind offene Feldwege, eine geringe Strecke ist asphaltiert, eine kurze Strecke führt als Pfad über einen Acker. Ein Besuch empfiehlt sich natürlich besonders zur Blütezeit der Feuerlilie, die zwischen Anfang Juni und Mitte Juli liegt.

Weitere Informationen unter www.lilienpfad.de.

Impressum  |  Datenschutz  |  Haftungsausschluss  |  Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland