Eine Landschaft voller Kontraste

Urtümliche Wälder, Heide, Wiesen, Weiden und mittendurch der Drawehn (slawisch für Waldland), eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft. So vielfältig präsentiert sich der Naturpark Elbhöhen-Wendland. Mit einer Gesamtfläche von 1.160 Quadratkilometern erstreckt er sich nahezu über den gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg und schließt auch ein kleines Gebiet vom Landkreis Lüneburg mit ein. Bereits 1968 (als Naturpark Elbufer-Drawehn) gegründet, gehört er zu den „Älteren“ seiner Art. Fast die Hälfte seiner Fläche ist als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen und befindet sich somit in der Obhut des Bundesnaturschutzgesetzes. Der Naturpark Elbhöhen-Wendland ist einer von derzeit 104 Naturparken in Deutschland.

Vor eisigen Zeiten

Die beiden letzten Kaltzeiten des Eiszeitalters, vor ca. 200.000 Jahren und vor ca. 70.000 Jahren, prägten das heutige Landschaftsbild des Naturparks. Gewaltige Gletscher brachten aus dem Norden Massen an Sand, Kies und Steinen in die Region, die sich als Endmoränen bis zu einer Höhe von 140 Meter auftürmten und unter anderem die Elbhöhen und den Göhrde-Drawehn-Höhenrücken formten. Am Ende der letzten Kaltzeit verhinderte der Dauerfrostboden, dass die Schmelzwasser versickerten. Enorme Wasserströme bildeten das Elbe-Urstromtal. Die mitgebrachten Sande lagerten sich ab und wurden im Laufe der Zeit zu teils meterhohen Dünenlandschaften aufgeweht.

Blütenpracht und Froschkonzert

Der Naturpark Elbhöhen-Wendland ist eine Naturlandschaft, die gegensätzlicher kaum sein kann. Hier gehen Feucht- und Trockenlebensräume eine enge Nachbarschaft ein. Der Naturpark ist daher Heimat vieler, zum Teil selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Auf trockenen Heiden und Magerrasen entfaltet sich im Frühjahr eine Blütenpracht ohnegleichen – ein Eldorado für Schmetterlinge und andere Insekten. Auch der Ameisenlöwe lauert hier in seinem Sandtrichter auf Beute. An Fluss- und Bachufern und in zahlreichen Gewässern laden Frösche, Kröten und Unken zum frühsommerlichen Konzert. Über zehn Amphibienarten sind im Naturpark heimisch.

Wald in guten Händen

Bemerkenswert ist die Göhrde, eines der größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Norddeutschland und ein seit Jahrhunderten gehegtes, ehemals kaiserliches Jagdrevier. Hier wachsen vor allem Waldkiefern, Rotbuchen, Fichten und Eichen, der Laubholzanteil wird kontinuierlich ausgebaut. Im Wortsinn herausragend ist der Eichenbestand, viele der uralten Baumriesen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen und stehen unter Schutz. Hier imponiert der prachtvolle Hirschkäfer mit seinen geweihartigen Zangen. Und die Zeichen stehen gut, dass auch der Wolf bald wieder in der Göhrde zu Hause ist. Vielleicht findet einer der 2013 im Gartower Forst geborenen Welpen hier sein neues Revier.

Leben in der Runde

Reddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz – es sind nicht nur die Namen der Orte, die manchmal etwas merkwürdig klingen, auch die Form mancher Dörfer ist es. Diese so genannten Rundlingsdörfer sind slawischen Ursprungs und haben traditionell nur einen Zugang zum Dorfplatz, um den sich die typischen niedersächsischen Ständerhäuser kreisrund scharen. Die Rundlingsdörfer sind im Hannoverschen Wendland und somit auch im Naturpark nicht nur besonders gut erhalten geblieben, sondern kommen dazu auch noch häufig vor.

Ein Ort zum Wohlfühlen

Der Naturpark Elbhöhen-Wendland ist eine facettenreiche Landschaft mit hoher Lebensqualität. Er ist geprägt von einer artenreichen Flora und Fauna, besonders schönen Rundlingsdörfern und Fachwerkstädten und einer ökologischen Landwirtschaft sowie von der außerordentlichen Motivation, Kreativität und kulturellen Vielfalt der hier lebenden Menschen. Für Gäste und Einheimische ist der Naturpark der ideale Ort für Ruhe, Erholung und Entspannung. Radfahren, Reiten und Wandern gehören zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten.

... voller Kontraste
Mit dem Cabrio unterwegs (Foto: Heiko Dybski)
Altes Handwerk mit Tradition (Foto: Heiko Dybski)
Gute Freunde (Foto: Ingrid Franz)
Kutschfahrt (Foto: Florian Franz)
Abendnebel im Wendland nahe Clenze (Foto: VDN / Werner Voss)
Almtrieb? Nein, wir sind im Naturparkpark Elbhöhen-Wendland! (Foto: VDN / Sina Mayhack
Der Jamelner Mühlenbach im Sommer (Foto: VDN / Joachim Klatt)
Frühling im Wendland (Foto: VDN / Werner Voss)
Frühlingshaftes Grün umrahmt den naturbelassenen Weg (Foto: VDN / Klaus Mayhack)
Teichanlage in der Clenzer Niederung (Foto: VDN / Werner Voss)
Mohnfeld im Drawehn (Foto: VDN / Werner Voss)

Dr. Alfred Toepfer

„Diese Landschaft hier ist so schön, dass in ihr der Naturpark-Gedanke geboren werden müsste, wenn es ihn nicht schon gäbe.“

Dr. Alfred Toepfer, der entscheidende Wegbereiter der deutschen Naturparkbewegung und erster Präsident des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN), anlässlich der Einweihung des Naturparks Elbhöhen-Wendland (früher Naturpark Elbufer-Drawehn) auf dem Kniepenberg im Jahr 1968. (Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 13. Juli 1968)

Anfahrt

Anreise Bahn
Von Hamburg über Lüneburg (ICE-Halt) und dann weiter nach Neetzendorf, Göhrde, Leitstade, Hitzacker oder Dannenberg. Von Berlin/Stendal bis Salzwedel oder Schnega. Von Uelzen bis Schnega oder Salzwedel.

Impressum  |  Datenschutz  |  Haftungsausschluss  |  Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland